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 Infineon Aufsichtsrat forciert Fusion

Wirtschaft | 20.05.2008, 20:51
Derzeit geht es hoch her am Campeon. Nachdem vor einigen Wochen das Gerücht umging, dass Infineon von Intel und Samsung übernommen werden soll, mehren sich nun die Zeichen für einen Zusammenschluß mit NXP. Die Finacial Times Deutschland berichtet, dass dies von Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley vorangetrieben werde - zur Not auch unter Opferung des Vorstandschefs.

Die Ablösung von Vorstandschef Wolfgang Ziebart, der für die Milliardenverluste der letzen Jahre verantwortlich gemacht wird, ist demnach bereits beschlossene Sache. Ziebart hatte sich bis zuletzt gegen eine Fusion ausgesprochen und wird von verschiedenen Vorständen, allen voran Peter Bauer, dem Chef der Automotive-Sparte, unterstützt. Allerdings hat Ziebart nach dem Desaster der vergangenen Quartale und dem recht erfolglos verlaufenden Verkauf des Geldvernichters Qimonda die schlechteren Karten. Dabei ist so manches davon nicht direkt Ziebarts Schuld, die Bankenkrise erschwert den Anteilsverkauf von Qimonda beispielsweise erheblich.

Der Aufsichtsrat sei "bei Infineon extrem offensiv unterwegs", wird ein beteiligter Bankmitarbeiter in der FTD zitiert. Neben der ehemaligen Philips-Halbleitersparte NXP seien aber auch Gesrpäche mit Freescale, der ehemaligen Halbleitersparte von Motorola, angelaufen.

Dabei sprechen einige Argumente gegen eine Fusion zwischen NXP und Infineon. Während Infineon auf dem Mobilfunk- und Automotive-Markt seine Kompetenzen hat, konzentriert sich NXP v.a. auf Unterhaltungselektronik, den Mobilfunkibereich gab man gar neulich erst an ST Microelectronics ab. Deutlich sinnvoller wäre eine Orientierung gen Freescale, das seine Stärken in ähnlichen Bereichen wie Infineon hätte. Beide Unternehmen liegen zum großen Teil in den Händen von Private Equity-Unternehmen, die angeblich in beiden Fällen liebend gerne einen (Teil-)Ausstieg vornehmen wollten.

Ein solcher Zusammenschluß würde auch die Nachfolgeregelung für Ziebart lösen. Der Posten scheint derzeit nicht sonderlich beliebt, nach Medienangaben keine Interessenten für den Posten im derzeitig sehr angespannten Marktumfeld existieren, sieht man von Ex-Siemensvorstand Klaus Wucherer ab, der letztes Jahr im Zuge der Korruptionsaffäre bei Siemens seinen Hut nehmen mußte. Gegen diesen existieren innerhalb des Infineon-Konzerns aber bedeutende Vorbehalte, nicht zuletzt wegen eines kürzlich eingeleiteten Ordnungswidrigkeitsverfahrens wegen Verletzung der Aufsichtspflicht.

Was das für die Angestellten des Konzerns in Deutschland bedeutet, ist derzeit noch unklar, es zeichnet sich allerdings ab, dass die noch bis vor kurzem gelaufenen Einstellungswellen neuer Mitarbeiter Geschichte sind.
[tm]



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